Gemeinde – Gemeinschaft – Jegenstorf

Mein Name ist Vanessa Ann Staub und ich bin seit September 2009 in der Gemeinde Jegenstorf wohnhaft. Einige kennen mich bereits persönlich, andere vom Sehen und ein Grossteil noch gar nicht. Wie auch immer, ich möchte erläutern, weshalb ich mich politisch engagieren will und deshalb seit Kurzem Vorstandsmitglied der EVP Jegenstorf bin und für den Gemeinderat kandidiere.

 

An dieser Stelle hole ich etwas aus und gehe zurück zu meinem Zuzug nach Jegenstorf im September 2009. Der Grund dafür war damals ganz einfach ein geographischer; Jegenstorf liegt ungefähr in der Mitte zwischen meinem Arbeitsort und demjenigen meines Mannes. Wir hatten keine konkreten Pläne zu bleiben und sahen unseren Aufenthalt hier als eher vorübergehend an. Die freundlichen Menschen und das behagliche Dorfleben bewogen uns dann aber dazu, hier sesshaft zu werden. Seither sind einige Jahre vergangen, wir haben geheiratet, eine Wohnung gekauft und Kinder gekriegt. In dieser Zeit habe ich die Gemeinde Jegenstorf zunehmend als einen wohltuenden Bezugsort erlebt, in dem ich mich gerne aufhalte, und wo ich mich deshalb aktiv einbringen möchte. Ich bin der Ansicht, dass es seit Anbeginn der Zeit nicht vorgesehen ist, dass der Mensch alleine ist. Damals bildeten sich Paare, Familien und Sippen. Das Grundbedürfnis nach Schutz und gegenseitiger Hilfe bewirkte jedoch, dass ab dem Frühmittelalter über Familie und Sippe hinausgreifende Personenverbände entstanden, die Vorformen der späteren Gemeinden. Die emotionalen Bindungen und Bedürfnisse des Menschen reduzieren sich somit nicht alleine auf die Familie. Man kann also sagen, dass der Mensch seiner Natur entsprechend auf die überfamiliäre, politische Gemeinschaft hin bezogen ist und erst im Zusammenleben und dem Verbund mit anderen Mitmenschen und der Anerkennung als Teil der Gemeinde menschlich wird.

 

Was hat das jetzt mit mir zu tun? Nun, ich sehe mich als einen Menschen, der in diese gesellschaftliche Gegebenheit hineingestellt wurde, und ich möchte als Angehörige der Gemeinschaft, konkret der Gemeinde Jegenstorf, meine Aufgabe für eine funktionierende Gesellschaft entsprechend meiner Fähigkeiten wahrnehmen und meine Lebenswelt unmittelbar mitgestalten. Nicht zuletzt in der Hoffnung, einen kleinen Teil dazu beizutragen, den Zusammenhalt und die Fürsorge in der Gemeinde zu stärken. Die letzten Monate haben sicherlich dazu beigetragen, die Gemeinde verstärkt schätzen zu lernen und vielleicht bin ich auch einfach in einer Lebensphase angekommen, in welcher das gesellschaftliche Leben für mich an Bedeutung gewinnt. Wie dem auch sei, ich sehe uns in einer Zeit von Herausforderungen. Generationen entfremden sich, Kulturen vermischen sich, Ideologien prallen aufeinander, Verbindlichkeit und Konfliktfähigkeit nehmen ab, die Entsolidarisierung nimmt zu und Konsum und mediale Vernetzung prägen unseren Alltag. Es ist somit nicht erstaunlich, dass Furcht und Existenzängste Überhand gewinnen. Ich möchte dem im Rahmen des Möglichen entgegenwirken, damit die Schwachen gestärkt, unsere Kinder Hoffnung behalten können und wir als Gemeinde weiterhin einen harmonischen Bezugsort darstellen. Zusammen mit den vielen anderen Jegenstorferinnen und Jegenstorfern, die sich nachbarschaftlich, in Vereinen und Behörden engagieren, möchte ich zumindest versuchen, einen Beitrag an eine attraktive, gut funktionierende Gemeinde zu leisten, da mir mein Wohnort sehr ans Herz gewachsen ist.